Zahlen & Fakten

Es gibt eine Menge Opinionleaders die Teilzeit befürworten. Jede Massnahme für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bringt dem Unternehmen eine Rendite. Wir haben die spannendsten Studien für Sie zusammengefasst.

 


 

Unter der Lupe: Gender Diversität in der Schweiz

Unternehmen mit mehr weiblichen Führungskräften in Entscheidungspositionen erzielen höhere Renditen und Gewinne. In Schweizer Unternehmen ist der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten und im Senior Management in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, dennoch bleibt er im Vergleich zu anderen Ländern weiterhin tief. Mit Blick auf die Zukunft muss also eine bedeutende Veränderung erfolgen, um die Geschlechtergleichstellung auf europäischen und internationalen Niveau einzuholen.

Download der Studie

 

… und nach dem Silvester-Abend bleibt alles beim alten

Der März 2016 war bewegt, wurden doch gleich zwei bemerkenswerte Studien zum Thema Teilzeit publiziert (siehe unten) und Mercedes kündigt vollmundig an, ihr Arbeitswelten-Konzept von Grund auf zu überdenken.
Schlüssel zur Veränderung: Die Fakten liegen also auf dem Tisch – doch bewegt sich auch etwas? Teilzeitkarriere.ch ist überzeugt: Flexible Arbeitszeitmodelle sind der Türöffner. Sie fordern automatisch eine neue Unternehmenskultur, denn eine mobile und virtuelle Arbeit bedingt Vertrauen und echtes Teamwork. Die Leistung - der Output - rückt in den Vordergrund.

Zusammenfassung der Studien und Kommentar von Andy Keel

 

Steinzeit Teilzeit (BCG Studie 2016)

50'000 Akademikerinnen sind zuhause. Die Gründe dafür werden anhand von einer Umfrage bei 30 börsenkotierten Schweizer Firmen dargelegt. Hauptgründe sind mangelndes Interesse der Unternehmen (Kultur), Präsenzkultur sowie das Rollenbild der Mutter.

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Studie HSG St. Gallen & Advanced Women in business

Die HSG St. Gallen hat in ihrer im März 2016 präsentierten Studie im Auftrag der Advanced Women in Business quantitativ erhoben, was Einfluss auf eine Karriere in grösseren Unternehmen hat. Sie fördert Erstaunliches zu Tage

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Teilzeit im Kern der Fachkräfteinitiative (2015) von Swissmem

Swissmem, der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie, zeigte Mut und veranstaltete Mitte 2015 einen Teilzeitmann-Anlass für die nicht gerade Teilzeit-affine Industrie. Der Grund: Verschiedene Berufsfelder sind vom Fachkräftemangel betroffen. Der Verband ist überzeugt, dass mehr Teilzeit sowohl für Frauen als auch für Männer den Fachkräftemangel in der MEM-Industrie entschärfen kann. Zum selben Schluss kommt auch eine beachtenswerte Studie.

Download Studie (3Mb)

 

Jahr 2015: Erstmals über 400'000 Teilzeitmänner (Quote neu: 16,4%)

Download aktuelle BFS-Zahlen hier.

 

Schweizer Unternehmen befördern Vollzeitmänner

Wer in der Schweiz in eine Führungsposition will, muss 100 Prozent arbeiten, bereits im Unternehmen tätig sein und zudem mit dem Chef gut auskommen. Teilzeitkräfte bleiben ebenso wie Branchenfremde vorwiegend auf der Strecke, wie eine Studie der Personalberatungsfirma Lee Hecht Harrison im Oktober 2013 zeigt.

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Teilzeitangestellte lohnen sich für Unternehmen (8 % ROI) 

Neben vielen Vorteilen (siehe Pro & Kontra für Unternehmen) birgt Teilzeitarbeit für Firmen ein paar wenige Nachteile. Die Lohnnebenkosten und der administrative Aufwand steigen, zudem ist etwas mehr Koordination unter den Mitarbeitenden nötig. Die Erfahrungen zeigen, dass gute Stellvertreter-Regelungen und sorgfältige Übergaben der Pendenzen die Nachteile jedoch wettmachen. Mehr noch: Der oder die Teilzeitangestellte bringt der Firma 8 Prozent Rendite! Zu diesem Schluss kommen mehrere Untersuchungen, unter anderem die Studie Familienfreundliche Unternehmenspolitik. Kurz: Jede Massnahme zur besseren Vereinbarkeit bringt dem Unternehmen 8 Prozent Return on Investment. Das Ermöglichen von Teilzeitarbeit gehört auch dazu.

 

 

70 Prozent der Vollzeitmänner ächzen über zu viel Arbeit

 

Kürzere und flexiblere Arbeitszeiten stehen ganz oben auf der Wunschliste der Eltern in Deutschland, berichtet «Die Welt» am 17. Januar 2013 über den Deutschen Familienreport 2012. So beklagen Väter und Mütter einen enormen Zeitdruck, heisst es unter anderem. Zwei Drittel der Väter und 70 Prozent der vollberufstätigen Mütter stöhnen darüber, beruflich stark gefordert zu sein. Und ein Drittel dieser Eltern beklagt ungünstige Arbeitszeiten. Mütter mit Teilzeitjob oder Hausfrauen geben dagegen an, durch Haushalt und Kinderbetreuung in Zeitnot zu geraten. Denn der Bericht zeigt auch: Waschen Putzen, Kochen – das ist in der Mehrzahl der Familien noch immer vorwiegend Frauensache. Um ihre Zeitprobleme besser in den Griff zu bekommen, wünschen sich 50 Prozent der Väter und 57 Prozent der vollberufstätigen Mütter, beruflich weniger zu arbeiten (siehe Grafik). Auch flexiblere Arbeitszeiten und Heimarbeit stehen hoch im Kurs. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wies darauf hin, dass der Gesetzgeber nur begrenzt in der Lage sei, die Zeitprobleme der Eltern zu lösen. Hier sei auch die Wirtschaft in der Pflicht. Zwar tue sich in vielen Unternehmen schon etwas. Doch längst nicht alle nähmen Rücksicht auf die Bedürfnisse von Eltern. Gefordert seien aber auch die Kommunen. Gerade bei doppelt berufstätigen Eltern sei die Wirtschaft der Taktgeber für die Familien. Deshalb müssten die Öffnungszeiten von Kitas, die Betreuung in Schulen und in Ferienzeiten noch besser mit den Arbeitszeiten abgestimmt werden, verlangte die Ministerin.

 

 

10 % oder 80 %? Wie viele Stunden Arbeit heisst eigentlich Teilzeit?

 

Ohne eine Reduktion der Arbeitszeit geht es nicht. Aber grundsätzlich sind sehr viele Modelle von Teilzeitarbeit denkbar. Das fängt an bei einer fixen Tagesarbeitszeit von 1, 2 oder 5 Stunden pro Tag oder pro Woche. Dann geht es weiter über Jobsharing-Modelle und hört auf bei einer flexiblen Jahresarbeitszeit von 90 % (je nachdem zu Gunsten eines Arbeitstages pro Woche oder für ein paar Ferientage mehr). Flexible Modelle haben den Vorteil, dass sie rollend den Bedürfnissen von Firma und Angestellten angepasst werden können. Leider geschieht das in der Praxis oft zu Lasten der Arbeitenden. Fixe Modelle sind starrer, damit lässt es sich dafür besser planen. (Quelle: fairplay-at-work.ch)

 

 

Rang zwei für die Schweiz: jede dritte aktive Person arbeitet Teilzeit

 

Silbermedaille hinter Holland, die Schweiz steht punkto Teilzeitquote gar nicht so schlecht da. Dies zeigt eine Studie im Seco-Magazin "Die Volkswirtschaft". Auf den zweiten Blick zeigt sich darin, dass Teilzeit in der Schweiz besonders stark mit Frauen verbunden ist. Der Unterschied zwischen dem Anteil von Teilzeitfrauen und Teilzeitmännern ist mit 44 Prozentpunkten sogar weltweit am grössten. Teilzeitarbeitende werden zudem tendenziell schlechter bezahlt – umso mehr, je kleiner ihr Pensum ist. Auffallend ist, dass Teilzeitarbeit den Zugang zu Führungspositionen erschwert. Teilzeitarbeitende sind für ihre Stellen deshalb oft überqualifiziert. Die Studie wurde 2011 von zwei Autorinnen im Jobsharing verfasst und fordert ein Umdenken, um die Kluft zwischen Teilzeitmännern und Teilzeitfrauen, Teilzeitchefs und Teilzeitangestellten zuzuschütten. (ganzer Artikel “Die Volkswirtschaft”)

 

 

Wo finde ich einen teilzeitfreundlichen Unternehmer?

 

Unternehmen, die Teilzeit anbieten, werden auf jeden Fall besser bewertet als solche, bei denen Teilzeitmodelle verpönt sind. Das zeigt ein Blick auf die Plattform Jobundfamilie.ch. Dort werden Unternehmen und Arbeitgeber nach Familienfreundlichkeit bewertet. Wer einen aufgeschlossenen neuen Arbeitgeber mit Teilzeitmöglichkeiten sucht, kann auf diesem Online-Dienst ebenfalls suchen. Probier’s aus und finde einen flexiblen Arbeitgeber, der zu dir passt.

 

 

Wieviel kürzer wird meine Rente, wenn ich Teilzeit arbeite?

 

Bei der AHV und der beruflichen Vorsorge sind Teilzeitangestellte oft benachteiligt. z.B., weil sie zu wenig verdienen, um von einem Versicherungsschutz zu profitieren. Natürlich ist ein versichertes Teilzeit-Einkommen der zweiten Säule in der Regel tiefer als jenes von Vollzeitangestellten. Grundsätzlich zahlt es aus, gut informiert zu sein. Bescheid wissen im Einzelfall die jeweilige kantonale Ausgleichskasse bei Fragen zur AHV, Ihre Pensionskasse betreffend zweiter Säule sowie bei Arbeitslosigkeit und Stellensuche das RAV. Eine Übersicht über die Kontaktstellen gibt‘s in einer Broschüre zum Download des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG.

 

 

Familienfreundlichkeit von Unternehmen in den Kantonen Basel-Stadt und Zürich

 

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewinnt zunehmend an Relevanz. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden auf dem Arbeitsmarkt Fachkräfte, Spezialistinnen und Spezialisten immer knapper. Unternehmen können nicht auf gut ausgebildete Frauen und Männer verzichten, die sich wegen Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus der Erwerbstätigkeit zurückziehen. Sie benötigen deshalb Strategien und Angebote, um ihren Mitarbeitenden die Verwirklichung ihrer Arbeits- und Lebensmodelle zu erleichtern und sie längerfristig im Betrieb halten zu können. Hier knüpft die Studie des Forschungszentrums Familienfreundliche Personalpolitik im deutschen Münster an (2009). Übrigens: In beiden Kantonen ist Teilzeitarbeit die meistgenannte Massnahme, die in Unternehmen umgesetzt wird (55,4% in BS und 52,8% in ZH).

 

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Neue Vätergeneration verändert Familie, Gesellschaft und Wirtschaft

 

Immer mehr Männer sind mit Leib und Seele Vater. Trotzdem möchten sie ihrer Rolle, die Familie abzusichern, gerecht werden. Die Trendstudie „Moderne Väter“ in Deutschland zeigt nach einer Umfrage bei 1000 Vätern unter anderem, dass 91,5 Prozent der Befragten „Zeit mit der Familie, auch in der Woche“ sehr wichtig ist. 

Der Trend geht vom Wochenend- zum Alltagsvater: 88,2 Prozent legen Wert darauf, „von Anfang an die Entwicklung meines Kindes/meiner Kinder aktiv zu begleiten.“ Gleichzeitig bezeichnen 68,2 Prozent der befragten Väter ihr Unternehmen als nicht oder nur teilweise väterfreundlich. Unternehmen sollten daher versuchen, ihren Mitarbeitern beides zu ermöglichen: ein solides Gehalt und ein väterfreundliches Umfeld.
Zudem sollten sie sich vergegenwärtigen, dass sie es immer häufiger mit einer neuen Generation von Vätern zu tun haben, die sich durch veränderte Prioritäten und Bedürfnisse auszeichnet.

 

Weitere Informationen als pdf hier downzuloaden.

 

Link zur ganzen Studie auf der Webseite der Organisation „Väter GmbH“.

 

 

Teilzeit und Stress

 

Eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse in Deutschland zeigt: Männer mit befristeten Verträgen und in Teilzeitjobs wurden 2012 im Schnitt 1,9 Tage wegen einer psychischen Störung krankgeschrieben, vollzeitbeschäftigte Männer durchschnittlich 1,4 Tage. Zudem bekamen die Teilzeitarbeitenden 53 Prozent mehr Tagesdosen Antidepressiva verschrieben als ihre Kollegen mit Vollzeitanstellung. Was der Bericht jedoch nicht liefert, ist die Antwort auf die Frage, ob die Männer freiwillig oder gezwungenermaßen Teilzeit oder in befristeten Anstellungen arbeiten. Wichtig auch an dieser Untersuchung ist: Teilzeitmänner waren insgesamt seltener krankgeschrieben als Vollzeit beschäftige Männer.

http://www.tk.de/tk/pressemitteilungen/gesundheit-und-service/521474

 

 

Bedenkenswerter Vorschlag: das 80/90-Modell

 

Väter möchten mehr Verantwortung in der Familienarbeit übernehmen. Familienfreundliche Unternehmen können sich gezielt positionieren, indem sie zum Beispiel das 80/90-Modell lancieren. So der Vorschlag in der Publikation „BetterBoss“. Wie soll das funktionieren? Der Vater arbeitet pro Woche an vier Tagen (80%), am fünften Tag ist er zuhause. Er ist telefonisch erreichbar und prüft zweimal täglich seine E-Mails. Sein Salär wird auf 90% angepasst. Die Leistungsbereitschaft durch das Entgegenkommen der Firma erhöht sich und die Tagesaufgaben sind erledigt. Zudem profitiert die Firma von der Reduktion der Lohnkosten um 10%.

 

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