Fragen & Antworten  

Was kostet mich Teilzeit? Was bringt es meiner Beziehung? Und wie sage ich es meinem Chef?


Auf unserer F&A-Seite beantworten wir regelmässig eine neue Frage zum Thema Teilzeitarbeit.
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1.    Welche Arten von Teilzeit gibt es?

 

Antwort: Es gibt sehr viele verschiedene Modelle, die mehr oder weniger flexibel sind. Möchtest du jeden Tag einige Stunden arbeiten? Brauchst du einen fixen Tag pro Woche für die Familie? Oder willst du vor allem im Sommer Vollgas arbeiten, dafür im Winter mehr Ferien? Von der Tagesteilzeit bis zur Jahresarbeitszeit sind viele Optionen denkbar. Manche Betriebe bevorzugen bestimmte Modelle, jedes hat seine Vor- und Nachteile: Regelmässige Einsätze lassen Beruf und Privatleben besser planen. Mit einer flexiblen Jahresplanung kann man auf Arbeitsanfälle reagieren. Eine Übersicht über deine Optionen findest du in unserem Teilzeitratgeber.

 

2.    Wieviel Arbeit ist eigentlich Teilzeit?

 

Antwort: Kurz: Alles andere als Vollzeit. Wir bevorzugen die Definition mit der grössten Spannbreite an Möglichkeiten. Das fängt an bei einer fixen Tagesarbeitszeit von 1, 2 oder 5 Stunden pro Tag oder pro Woche. Auch eine flexible Jahresarbeitszeit von 90% ist Teilzeit, mit oder ohne Homeoffice. Entscheidender als das Pensum ist wohl die Frage nach dem gewählten Modell (siehe oben). Weitere Zahlen zu Teilzeit findest du in unserem Dossier.

 

3.    Wer ist Teilzeit-Europameister?

 

Antwort: Bei der letzten breiten statistischen Erhebung in Europa hiess der Europameister Niederlande. (22,5 % der erwerbstätigen Männer und 74,8 % der Frauen arbeiten Teilzeit). Die Schweiz war 2007 punkto Teilzeit-Frauen auf Platz 2 (58,5 %). Der Anteil der Schweizer Teilzeitmänner (10,8 %) war jedoch tiefer als in Norwegen (12,8 %) und Dänemark (12,5 %), was knapp vor Schweden Rang 4 bedeutete. Seither ist einiges in Bewegung, wozu Der Teilzeitmann gerne beträgt. Interessant ist auch, dass der Unterschied zwischen der Teilzeitquote bei Männern und Frauen in der Schweiz wie in Holland sehr gross ist. Mehr Hintergründe dazu erfährst du hier.

 

3.    Selbständigkeit statt Teilzeit?

 Lesen Sie unseren Ratgeber hier.

 

4.    Wer kümmert sich während dem WK um meine Kinder?

 

Antwort: Diese Frage ist leider ungelöst. Die Schweizer Wehrdienstpflicht verträgt sich schlecht mit dem familiären Engagement von jungen Vätern. Die Erwerbsersatzverordnung (EOV) basiert auf der Ernährerrolle der Aktivdienst-Generation. Den Teilzeit-WK gibt es ebensowenig wie Kinderbetreuung in den Kasernen. So ist jeder Militär- oder Zivildienst eine erhebliche Belastung für dienstpflichtige Teilzeitmänner und deren Familien. Organisatorisch und finanziell. Wie Samuel Steiner in der Männerzeitung schreibt, reicht der 80%-Lohnersatz für Teilzeitmänner oft nicht aus, um zweiwöchige Abwesenheiten zu meistern. Die Armee geht schlicht davon aus, dass eine Frau zuhause ist. Die Männerzeitung fordert eine Reform, welche Rücksicht auf moderne Familienmänner nimmt. Entweder durch die Möglichkeit, die Dienstpflicht in Teilzeit zu erfüllen. Oder wenigstens den Vollzeit-Dienst auch voll zu entschädigen. Den ganzen Artikel findest du hier.

 

 5.    Wie funktioniert das 80 / 90 Modell?

 

Antwort: Kurz erklärt: Du überzeugst deinen Chef, dich für 80 Prozent Anwesenheit 90 Prozent zu entlohnen. Erfunden und erfolgreich getestet hat das 80/90-Modell für Kaderleute der Personalmanager Christoph Küffer. Der familienfreundliche Deal: Firma und leitender Mitarbeiter machen beide einen Schritt aufeinander zu, damit alle Beteiligten gewinnen. Beim ersten Mal brauchte es Mut, das 80/90-Teilzeitmodell dem Chef vorzuschlagen. Aber während einer Versuchsphase habe es sich mehrfach bewährt. Das ganze Rezept mit detaillierter Gebrauchsanweisung findet sich im Buch «Better Boss».

 

6.    Welche Familienmodelle werden in der Schweiz gelebt?

 

Antwort: In den meisten Familien der Schweiz arbeitet der Vater Vollzeit, die Mutter Teilzeit. Abhängig vom Alter der Kinder wählen gemäss NZZ rund 50 bis 60 Prozent der Paarhaushalte derzeit diese Konstellation. Dieses in der Schweiz am meisten verbreitete Familienmodell wird auch das modernisierte bürgerliche Modell genannt.
Ein verschwindet kleiner Teil der Paarhaushalte wählt ein «egalitär-familienbezogenes» Modell: Beide Partner arbeiten Teilzeit. Je nach Alter der Kinder wählen zwischen 3,5 und 5,5 Prozent der Familien dieses Modell. In rund 10 Prozent aller Paarhaushalte mit Kindern unter sieben Jahren arbeiten sowohl Vater wie Mutter Vollzeit.
Stärker verbreitet, wenn auch an Bedeutung verlierend, ist das sogenannt traditionell bürgerliche Modell: Der Vater ist mit einem Vollzeit-Pensum erwerbstätig, die Mutter vollzeitig für den Haushalt und die Kinderbetreuung zuständig. Dieses Modell wird noch zu 29 Prozent gelebt; sind die Kinder über sieben Jahre alt, noch zu 20 Prozent. 1970 lebten noch rund 75 Prozent aller Paarhaushalte mit Kindern unter sieben Jahre nach diesem Modell.

 

7.    Wie mache ich ein Familien-Budget?

 

Antwort: Wer von einem Vollzeitpensum auf ein Teilzeitpensum wechselt, muss mit weniger Lohn auskommen. Ob es noch reicht für Ferienreisen, Kultur und genügend Vergnügungen? Vielleicht willst du es ja mal durchrechnen. Damit kein Kostenpunkt vergessen geht, sind Merkblätter, Beispiele und Vorlagen hilfreich. Kostenlosen Budgetberatungsstellen gibt es in allen Kantonen. Im Internet sind auch online-Berechnungen möglich. Für Paare, deren erstes Kind unterwegs ist, stellen sich besondere Fragen. Eine persönliche Budgetberatung kann helfen, das neue Familienregime aufzugleisen und alle zu erwartenden Kosten zu decken. Ist das Budget einmal gemacht, braucht man sich darum keine Sorgen mehr zu machen.

 

8.    Wie gesund ist Teilzeitarbeit?

 

Antwort: Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Wie gesund eine Arbeit ist, hängt gar nicht so stark vom Pensum ab. Entscheidender ist die Art der Tätigkeit, das Umfeld – und dass das Pensum zum Umfang der Aufgaben passt. Ebenso gibt es gesunde und weniger gesunde Arten, die Freizeit zu verbringen. Wir haben den Gesundheitsaspekt von Teilzeitarbeit im Interview mit einem Experten erörtert. David Blumer, Leiter Arbeitsgestaltung beim Gesundheitsmanagement der SBB AG, begründet differenziert, wann Teilzeit tatsächlich gesund ist – und wann nicht: «Teilzeit bietet mehr Handlungsspielräume.»

 

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