Teilzeit Blog

10 Jahre Teilzeitkarriere - ein persönlicher Rück- und Ausblick von Andy Keel

Als alles begann war mein Sohn ein Baby und ich Teilzeitmann, respektive später dann auch Hausmann. Es lassen sich nicht viele Parallelen finden in der Entwicklung von ihm und dem Thema Flexwork in der Schweiz. ? Es gibt Tage, da sehe ich die Veränderung unserer Arbeitswelt. Und es gibt Tage, an denen ich realisiere, dass wir noch fast auf dem gleichen Stand wie vor 10 Jahren sind. Insbesondere dann, wenn wieder einmal Horden von Corporates durch unseren Coworking Space wie durch einen Zoo spazieren und sich nicht vorstellen können, dass man so arbeiten kann. 

Unser Angebot ist noch das gleiche wie vor 10 Jahren: 

Qualifizierte Teilzeitjobs

Begonnen haben wir mit 10-30 Jobs, heute sind es über 25'000 Teilzeitjobs täglich. Seit 10 Jahren sind wir eigentlich die einzige Interessensvertretung für sage und schreibe 1.7 Mio Teilzeit-Arbeitende Menschen in der Schweiz. Wir sind Vizeweltmeister der Teilzeitnationen. 

Megatrend Teilzeitmann

2012 startete unser Megaprojekt der Teilzeitmann.ch. Als wir unsere Vision 20% Teilzeitmänner im Jahr 2020 formuliert haben, wurden wir oftmals belächelt. Heute stehen wir bei 18% - Ziel also nur knapp verfehlt ?. Das sind aber immerhin 107’000 Männer zusätzlich in Teilzeit. Wir wollen uns hier nicht mit fremden Federn schmücken, aber wir behaupten mit über 1000 Medienartikeln und unserer Tour in rund 130 Unternehmen einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet zu haben. Teilzeit für Männer ist salonfähig geworden!  

Präsenzkultur

Kaum zu glauben, aber man muss sich einmal vorstellen, als wir begonnen haben gab es noch kein Iphone, Dropbox, usw. Heute stehen uns Cloudservices kostenlos und flächendeckend zur Verfügung. Alle könnten mobil und flexibel arbeiten. Die Unternehmenskulturen haben sich allerdings weniger rasant entwickelt – in vielen Unternehmen sind Homeoffice und flexible Arbeitszeiten noch in weiter Ferne, geschweige denn zeitgemässe Arbeitsformen mit Stories und Tasks statt Emails und Excellisten. Auch heute gilt noch: wer zuerst + zuletzt im Büro = fleissig. Dabei ist die Messgrösse «Stunden» zur Beurteilung von Output für «Bildschirm-Arbeitende» eine denkbar schlechte. 

In a nutshell bedeutet das für Arbeitnehmende: Sucht Euch «moderne» Arbeitgeber!

Das Diversity Game gewinnen wir mit Fairness

Aller guten Dinge sind Drei! 2017 kam DOIT-smart – die Gender Diversity Unternehmensberatung – dazu. In rund 2 Dutzend Unternehmen haben wir seit da gewirkt (do it). Die Schwerpunkte gelten dem Begegnen von Unconscious Bias sowie dem Redesign vom Beförderungs- und Rekrutierungsprozess. Diese Prozesse sind vielerorts Heiligtümer wie die Migros. Nichts desto trotz, es bewegt sich etwas und mit 20% Teilzeitmännern und 41% bzw 28% National- und Ständerätinnen wird die Veränderungsgeschwindigkeit zunehmen. Je mehr Männer das erfahren was Frauen seit Jahrzehnten erleben, umso eher schmiedet sich eine

Allianz der Fairness

Der Vaterschaftsurlaub ist auf gutem Weg - dringend benötigt wird eine Elternzeit wie in AT und DE damit auch Männer schwanger werden können, sowie flächendeckende Kinderkrippen und Tagesschulen. Weitere politische Themen sind anteilsmässige BVG Koordinationsabzüge, sowie ein Verbot von Genderpricing. (zb in den Krankenkassen und KKTG Versicherungen). 

Ausblick

Wir – die Teilzeit AG – bleiben aktiv in der Beratung von flexiblen Arbeitszeitmodellen und #Genderdiversity. Und auch weiterhin werden wir, zusammen mit der X28 AG, hunderttausenden Teilzeitstellensuchenden kostenlos täglich die bestens Teilzeitjobs zur Neuorientierung bereitstellen.

Für mich persönlich ist es nun Zeit einen Schritt zurück in die zweite Reihe zu nehmen. Als Verwaltungsrats- und Vereinspräsident möchte ich weiterhin die Teilzeit und Diversity Fahne hoch tragen, allerdings werde ich 2020 die operative Führung und Anteile der Teilzeit AG in neue Hände geben. Wer weiss, vielleicht findet sich ja unter den 12'000 Leser/innen von diesen Zeilen ein/e (Mit-) Unternehmer/in. 

Ich danke Euch für Euer Vertrauen die letzten 10 Jahre und wünsche eine schöne Weihnachtszeit. 

Herzlich

Euer

Andy Keel

Teilzeit 1x1

Teilzeitarbeit ist in der Schweiz sehr beliebt. Die Schweiz ist Vizeweltmeister der Teilzeitnationen (Quelle BFS). Flexible, individuelle und mobile Arbeitszeitmodelle sind gefragt und wer auf dem heutigen Arbeitsmarkt gute Fach- und Führungskräfte rekrutieren möchte, kann sich diesem Trend nicht entziehen.

Die zunehmende Nachfrage nach Teilzeitstellen hängt vor allem mit den veränderten Realitäten in unserer Gesellschaft und in der Arbeitswelt zusammen. 

Aber warum sollte man überhaupt darüber nachdenken Teilzeit zu arbeiten? Worauf muss ich achten? Und warum profitiert nicht nur Ihr, sondern auch Eure Partnerschaft und die ganze Familie von Teilzeitarbeit? 

Wir haben für Euch eine Reihe von Argumenten zusammengestellt, warum es sich lohnt den Vollzeitjob an den Nagel zu hängen. Ihr findet sie hier.

Ausserdem haben wir Euch eine Art «Fahrplan» zusammengestellt. Wie überzeuge ich zum Beispiel meine/n Chef/in von meinem Vorhaben ein Teilzeitmann oder Teilzeitfrau zu werden? Worauf muss ich achten und wie bin ich versichert? 

All das und noch viel mehr findet Ihr in unserem Teilzeitratgeber

Führung in Teilzeit mit Jobsharing

Flexiblen Arbeitszeitmodellen gehört die Zukunft. In diesem Zusammenhang werden auch Jobsharing Stellen immer gefragter.

Fortschrittliche Unternehmen nutzen dies, um auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Talente zu binden. Gerade in Bezug auf berufstätige Mütter mit Kinderwunsch ist es wichtig solche Modelle anzubieten und damit auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Talente zu binden ist in Zeiten des Fachkräftemangels entscheidend. Hochqualifizierte Frauen verlassen oftmals das Unternehmen, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht gegeben ist. Jobsharing Modelle bieten hier eine gute Lösung, um Teilzeitstellen mit Führungsverantwortung anzubieten. Das ermöglicht Frauen einen schnellen Wiedereinstieg ohne Karriereknick.

Hier ein schönes Beispiel zu Jobsharing in Führungspositionen:

IWB - JOBSHARING

Viele Unternehmen sind noch sehr zögerlich was Jobsharing Modelle anbelangt. Zu teuer und vor allem ein zu hoher Zeit- und Koordinationsaufwand sind meist die Argumente.Doch in Zeiten stetig wachsender Informationstechnologien optimiert sich der Koordinations- und Kommunikationsaufwand immer mehr. Die Umsetzung ist anfangs vielleicht nicht immer einfach, aber ein gut eingespieltes Team ergänzt sich bestens und potenziert Produktivität, Flexibilität, Erfahrung und Effizienz für das Unternehmen. 

Absolute Profis auf dem Thema ist das Team von Go-for-jobsharing. Sie vermitteln durch praktische Instrumente das nötige Knowhow zur Umsetzung von Jobsharing- und Topsharing-Modellen auf mittlerer und höherer Management-Ebene.

Professionelle Jobsharing Plattformen wie www.wejobshare.ch helfen Dir dabei den geeigneten Partner/in mit similärem oder komplementärem Profil zu finden.

Auch Teilzeitkarriere hat eine kleine aber feine Rubrik Jobsharing. Hier findet Ihr wertvolle Informationen rund um das Thema und eine Jobsharing Stellenbörse.

Vaterschaftsurlaub: wo stehen wir denn jetzt?

Während in der EU der bezahlte Vaterschaftsurlaub oder die zwischen den Ehepartnern aufteilbare Elternzeit längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, glänzt die Schweiz mit negativ Beispiel. Wer im Gesetzestext nach Vaterschaftsurlaub sucht, der wird nicht fündig, denn es gibt ihn de facto nicht! Arbeitgeber müssen den Arbeitnehmern nur die üblichen freien Stunden bzw. Tage für familiäre Ereignisse gewähren. Wir sprechen hier von 1-3 Tagen, welche dann im Arbeitsvertrag geregelt sind. Mittlerweile gehen aber immer mehr Unternehmen dazu über, werdenden Vätern mehr freie Tage zu gönnen um den Bedürfnissen der heutigen Elterngeneration gerechter zu werden. Generell setzen sich 5-10 freie Tage (= 1-2 Wochen) durch. 

 

Bezahlter Vaterschaftsurlaub in ausgewählten Schweizer Firmen

Quelle: Handelszeitung

 

Die Schweiz ist europaweit das einzige Land, das weder den Vaterschaftsurlaub noch den Elternurlaub kennt! Quelle: watson

Längst fällig ist allerdings eine gesetzliche Regelung für den Vaterschaftsurlaub. Das scheint jedoch die Landesregierung anders zu sehen. Im vergangenen Jahr wurde die eingereichte Volksinitiative für einen Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen - einzeln und flexibel zu beziehen im 1.Lebensjahr des Kindes - vom Bundesrat ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Die Sozialkommission des Ständerats (SGK-S) lehnte die Initiative ebenfalls ab, stellte aber immerhin einen indirekten Gegenvorschlag eines 10-tägigen Vaterschaftsurlaubs. Dieser ging dann in die Vernehmlassung, wurde vom Bundesrat aber erneut abgelehnt. Der Ständerat hat im vergangenen Juni die Vaterschaftsurlaubs-Initiative von 20 Tagen ebenfalls abgelehnt, dem Gegenentwurf mit 10 Tagen jedoch zugestimmt. Letzte Woche hat nun die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK-N) über den gesetzl. Vaterschaftsurlaub beraten und die Initiative abgelehnt. Am Gegenentwurf mit 10 Tagen hält sie fest.

Nun hängt es vom Nationalrat ab, der voraussichtlich in der Herbstsession über den Gegenentwurf entscheidet. Die FDP-Fraktion müsste geschlossen Nein stimmen um den 10 tägigen Entwurf zu verhindern, was eher unwahrscheinlich ist. Da der Gegenvorschlag indirekt ist, wird das Stimmvolk nicht zwingend an der Urne darüber entscheiden. Wenn das Parlament ihm zustimmt, tritt das Gesetz automatisch in Kraft. Gesetz den Fall, dass die Volksinitiative (über die in der Wintersession entschieden wird) abgelehnt oder zurückgezogen wird. Es könnte jedoch das Referendum ergriffen werden. 

Es bleibt also weiter spannend, aber es tut sich mit schweizerischem Tempo etwas! 

Update vom 11.September 2019

Auch der Nationalrat hat sich für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen und lehnte gleichzeitig die Volksinitative ab. Falls die Volksinitiative zurückgezogen wird und kein Referendum gegen den indirekten Gegenentwurf des Parlaments ergriffen wird, so wird der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub voraussichtlich auf 1.1.2021 in Kraft treten.

Update vom 2.Oktober 2019

Das Initiativkomitee der Volksinitiative hat das Volksbegehren nach einem 4 wöchigen Vaterschaftsurlaub zurückgezogen. Sofern kein Referendum zustande kommt, steht Vätern künftig 2 Wochen Vaterschaftsurlaub zu.

 

Was haben Betriebliches Gesundheitsmanagement und Nachhaltigkeit gemeinsam?

„Nachhaltigkeit“ ist ein Begriff, der oft seltsam unbestimmt bleibt. In den vergangenen Monaten haben uns Schüler und Schülerinnen geholfen, ihn mit Leben zu füllen: #FridaysforFuture legt klare Forderungen vor, dem Klimawandel politisch so zu begegnen, dass unser aller CO2- Verbrauch begrenzt werden muss.

 

Auf dem Weg zu dieser gelebten Nachhaltigkeit hilft die App „Changers CO2 fit“. Sie stärkt das CO2-Bewusstsein, indem sie es mit der Gesundheitsvorsorge im Unternehmen verbindet.

 

Jeder Arbeitgeber hat ein handfestes Interesse an einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement: Fehlzeiten reduzieren sich, die Produktivität nimmt zu und mit einem „gesünderen“ Betriebsklima steigt auch die Zufriedenheit. Dennoch habt ihr vielleicht selbst schon erlebt, dass die betrieblichen Maßnahmen oft eher altmodisch, streng kommuniziert werden – dementsprechend werden sie nicht ausreichend angenommen. Der spielerische Umgang mit dem Thema in Form einer Smartphone-App kann das deutlich verbessern und sich gleichzeitig für die Umwelt auszahlen. 

 

„Changers“ honoriert, was sie tun – vom Laufen übers Radfahren bis zur Ernährung und der Arbeitssicherheit. Dazu werden „Challenges“ aufgesetzt, bei denen Abteilungen oder Standorte miteinander konkurrieren. Wer läuft oder Fahrrad fährt, tut sich selbst und der Umwelt etwas Gutes. Bäume werden gepflanzt, weil das Unternehmen einen selbst festgelegten Betrag für die Leistungen der Mitarbeiter bereitstellt. 

 

Alternativ können die erreichten Bonuspunkte in attraktive Gutscheine umgewandelt werden. Und weil diese „Gamification“ ein Bewusstsein für den CO2-Verbrauch schafft, zahlt neben der verbesserten Gesundheitsvorsorge auch das Thema Klimaschutz in das Arbeitgeberimage ein. Unternehmen können damit die von ihren Mitarbeitern erzielten Klimaeinsparungen in ihren Nachhaltigkeitsbericht integrieren.

 

Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn, EY oder Lidl nutzen die App. Sie ist aber auch als Software as a Service (SaaS) gerade für kleine und mittlere Unternehmen interessant, die sich damit die Erfahrung und Sicherheit einer großen Anwendung im Kleinen sichern können: 

 

Die App lässt sich problemlos durch Verwaltung im Web-Browser so konfigurieren, dass sie alle Aspekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements abdeckt. Und das ohne IT- Implementierung oder Vertragslaufzeiten. Wir meinen, dass eine solche App die gelebte Nachhaltigkeit erfahrbar macht. 

Teilzeit am Bau

Fachkräftemangel und geringe Frauenanteile sind auch in der Baubranche ein Thema. Teilzeitarbeit verbessert die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie und kann dazu beitragen qualifizierte Fachkräfte zu erhalten und zu gewinnen. 

Die Sozialpartner des Maler- und Gipsergewerbes und der Verein Pro Teilzeit haben kürzlich mit einer Umfrage die Situation im Maler- und Gipsergewerbe analysiert. Wir möchten euch kurz über die wichtigsten Ergebnisse informieren. 

Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist grösser als das Angebot

Eine Mehrheit der Unternehmen und der Arbeitnehmenden finden es wichtig, dass mehr Teilzeitstellen angeboten werden. Dabei sind es vor allem junge Leute und Frauen, die dem Wunsch nach mehr Teilzeitstellen zustimmen. 90% der Malerinnen und 82% der bis 26- jährigen Arbeitnehmenden finden es wichtig, dass es mehr Teilzeitstellen in der Branche gibt. Auch auf Seite der Unternehmen ist bei den jüngeren Generationen die Zustimmung am höchsten. 

Junge Männer wollen Teilzeit arbeiten

Die Umfrage hat auch die Nachfrage nach Teilzeitarbeit erfasst: Jede/r 10. Vollzeitbeschäftigte möchte am liebsten sofort von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle wechseln, und zwar unabhängig von Branche und Geschlecht. Am häufigsten äussern 32- bis 36-jährige Männer diesen Wunsch (23% in dieser Alterskategorie). 38% der Vollzeitbeschäftigten antworteten mit «vielleicht in den nächsten Jahren».

Wichtigster Grund für Teilzeitarbeit ist die Familie

Als wichtigsten Grund für Teilzeitarbeit nennen Arbeitnehmende und Arbeitgebende die Familie. Als zweitwichtigster Grund folgt bei den Arbeitnehmenden die Gesundheit, danach Weiterbildung sowie Freizeit und Hobby. 

Die Arbeitgebenden nennen als zweitwichtigsten Grund den Erhalt von Fachkräften. Die weiteren Gründe werden unterschiedlich gewichtet: So ist beispielsweise für Unternehmen, die bereits Teilzeitstellen anbieten, die grössere Flexibilität ein wichtigeres Argument als für Unternehmen ohne Teilzeitstellen. 

Die ausführlichen Resultate der Studie können sie hier herunterladen.

Diversität - ein Muss für den Unternehmenserfolg?

Die Bedeutung von Diversität und Chancengleichheit sind nicht nur gesellschaftspolitisch aktuell, auch in der Arbeitswelt werden sie zunehmend als wichtiger empfunden. Laut einer globalen Studie der Schweizer Personalberatung Egon Zehnder, an der 2500 Führungskräfte aus 7 Ländern teilnahmen, ist dies vor allem für die jüngere Generation entscheidend. Zwei Drittel der befragten Millennials, die in den 1980er und 90er Jahren geboren wurden, nennen dabei Diversität als wichtigste Eigenschaft bei der Wahl des Arbeitgebers. Im Vergleich dazu, sind es bei den sukzessive aus dem Berufsleben ausscheidenden Babyboomern nur 51%. 

Firmen haben Nachholbedarf

Das Problem dabei : Nur etwa 65% der Umfrageteilnehmenden sieht das Thema Vielfalt auch wirklich im eigenen Unternehmen angenommen und verwirklicht. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Chancengleichheit: 61% sehen gleiche Karrierechancen für alle bei ihren Arbeitgebern. 

 

"Für uns Millennials steht die Frage, ob Diversität und Chancengleichheit ein „Muss“ für Unternehmen ist, gar nicht mehr zur Debatte - wir setzten es als Selbstverständlichkeit voraus! Für meine nächtlichen Lernsessions, stressigen Prüfungsphasen und durch Fleiss erarbeiteten Leistungen im Studium, will ich auch eine angemessene „Belohnung“ in Form der absoluten Chancengleichheit erhalten, besser gesagt, den gleichen Zugang zum Erfolg erhalten, wie beispielsweise einer meiner männlichen Studienkollegen. Aus diesem Grund sind Begriffe wie Chancengleichheit und Diversität für mich das A und O in einem Unternehmen." 

Liv Wiemann, Praktikantin der Teilzeit AG und Millennial

 

Erwartungen an die Führungskräfte verändern sich 

Millennials stellen auch veränderte Anforderungen an die Führungskompetenzen. So wünschen sie sich vorallem Nahbarkeit, Werteorientierung und visionäres Denken ihrer Chefs und erwarten persönliche Begleitung und Förderung.

Work Life Balance

Einmal mehr wurde auch hier bewiesen, dass Arbeit im Leben nicht alles ist. Für die Mehrheit der Befragten ist die gesunde Balance zwischen Arbeits- und Berufsleben entscheidend. 

Die moderne Arbeitswelt braucht ein modernes Arbeitsgesetz

Teilzeitkarriere.ch unterstützt die aktuell laufenden Vorschläge zur Arbeitsgesetzmodernisierung. Denn auch wir finden, was im Fabrikzeitalter auf die industriellen Produktionsprozesse zugeschnitten wurde, ist heute überholt (insb. bezüglich Arbeitszeiterfassung und Arbeitszeiten) und sollte an die veränderte Arbeitswelt angepasst werden. 

Die vorgeschlagenen Änderungen bieten Arbeitnehmenden mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Was wiederum mehr Freiheiten in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Hobbies und anderen Engagements zulässt. Führungs- und Fachpersonen mit hoher Arbeitsautonomie sollen künftig selber festsetzen können, wann und wieviel sie arbeiten, jedoch mit klaren Bestimmungen.

Ständerat Konrad Graber schlägt ein Jahresarbeitszeitmodell vor. Dabei würde die vom Gesetz festgelegte Grenze der wöchentlichen Höchstarbeitszeit wegfallen und es darf unter dem Jahr Schwankungen bei der wöchentlichen Arbeitszeit geben. Im Jahresdurchschnitt darf aber nicht mehr als 45 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Ende Jahr sind maximal 170 Mehrstunden (wie bisher auch) erlaubt, welche im Folgejahr zeitlich zu kompensieren sind oder mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt werden. 

Der Vorschlag von der neuen Bundesrätin (ehemaligen Ständerätin) Karin Keller-Suter betrifft die gleiche Arbeitnehmerkategorie und schlägt unter gleichen Voraussetzungen vor, auf die Erfassung der Arbeits- und Ruhezeiten zu verzichten. Damit stellt der Vorentwurf eine Erweiterung des Anwendungsbereichs von Artikel 73a der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz dar. 

Ein wichtiger Schritt in Richtung modernes Arbeitsgesetz ist bereits gemacht. Die Ständeratskommission tagte am 14. Februar und hat den Gesetzesentwurf angenommen. Medienmitteilung 15.2.19

Für Väter gilt: lieber Vollzeit als Teilzeit!

Die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, Teilzeitarbeitende Väter sind immer noch Exoten. Teilzeitarbeit bei Männern entspricht zwar einem weit verbreiteten Bedürfnis, aber warum zögern so viele oder betonen gar, dass sie dies nicht wollen? Das hat wohl mehrere Gründe.

Solange in Unternehmen kein Kulturwandel stattfindet, ist Teilzeitarbeit immer noch gleichgesetzt mit Status- und Machtverlust. Teilzeit = Karrierekiller. Wer will das schon? Hier müssen die Arbeitgeber aktiv werden, flexible Arbeitszeitmodelle fördern und Teilzeitkarrieren ermöglichen. Viele Firmen haben das Problem erkannt und arbeiten daran. Bis allerdings ein echter Kulturwandel im Unternehmen erfolgt und flexible Arbeitszeitmodelle zur Selbstverständlichkeit werden braucht es noch Ausdauer. Mit unserem Beratungsangebot sowie der TEILZEIMANN Kampagne unterstützen wir Unternehmen dabei. 

Ein weiteres Problem sind Klischees, die es zu überwinden gilt. In der Schweiz ist das modernisierte bürgerliche Familienmodell mit dem Vater als Haupternährer weit verbreitet. 54% aller Paare mit Kinder leben dieses Modell. Viele Männer haben Angst vor Statusverlust in der Gesellschaft, wenn sie die traditionelle Ernährer Rolle aufgeben. Hier braucht es vor allem Mut. Und auch Initiative von Seiten der Frauen ein egalitäres Familienmodell einzufordern, wo Erwerbs- und Betreuungsarbeit zwischen den Partnern aufgeteilt wird. Schliesslich ermöglicht dies Frauen und Müttern die berufliche Karriere schneller und gezielter wieder zu verfolgen. 

Teilzeit bei Männern ist auf dem Vormarsch, davon sind wir überzeugt und dafür engagieren wir uns seit 10 Jahren. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Die Generation der Babyboomer, die Arbeit zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hat, wird abgelöst von jener Generation, der Zeit wichtiger ist als Geld. Eine Generation die Verantwortung in der Familie übernehmen will und die eine ausgeglichenen Work-Life Balance als wichtigen Lebensinhalt versteht. 

Passend zum Thema gibt es einen 10vor10 Beitrag von letzter Woche in unserem Medienarchiv.

 

1,2,3, Teilzeitjobs

Es gibt viele gute Gründe, warum es nicht immer der klassische Karriereweg sein muss.

Isabel arbeitet von Montag bis Mittwoch Teilzeit als HR Fachspezialistin bei der PH Bern und Donnerstag bis Samstag kümmert sie sich um ihr eigenes Geschäft als selbstständige Kosmetikerin (den ganzen Beitrag findet ihr in unserer Teilzeitgeschichten Sammlung). Sie ist ein Beispiel dafür wie sich flexible Arbeitsformen mehr und mehr durchsetzen. Statt einem Vollzeitjob, wird die Erwerbstätigkeit auf zwei Teilzeitstellen und mehr aufgeteilt, sei es als Selbständigerwerbende oder im Angestelltenverhältnis.

Besonders die Generationen Y und jünger, denen Individualität und Selbstverwirklichung wichtig ist, verzichten immer mehr auf den klassischen 100% Karriereweg bei einer Firma. 

Das dieser Trend zunimmt zeigen auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Aktuell liegt die Zahl der Mehrfachbeschäftigten bei über 350'000 so hat 

Jede/r 13 mehr als einen Job

Anteil Mehrfacherwerbstätige an der Erwerbsbevölkerung, in % (durchschnittliche Jahreswerte)

Frauen teilen ihre Berufstätigkeit fast doppelt so häufig auf mehrere Beschäftigungen auf als Männer. Was wiederum erklärbar ist, da knapp 60% der Teilzeitbeschäftigten nun einmal Frauen sind.

Flexible Arbeitsformen benötigen neue Arbeitsräume

Co-Working Spaces spriessen gerade wie Pilze aus dem Boden. Sie sind eine flexible und kostengünstige Art, einen eingerichteten Arbeitsplatz in einem Gemeinschaftsbüro zu mieten. Diese flexiblen Bürogemeinschaften bieten neben der nötigen Infrastruktur Raum für inspirierendes und kooperierendes Arbeiten und sind gerade bei Selbständigerwerbende und Start-ups sehr gefragt. 

Wer selbst noch auf der Suche nach der passenden Work-Community ist, sollte einen Blick auf die Website von WeSpace werfen. Ein Co-Working- und Community-Space für Frauen von Frauen, neu eröffnet in Zürich an der Bahnhofstrasse. Mit dem Ziel die berufliche Entwicklung von jungen engagierte Frauen aus verschiedenen Sektoren, Institutionen und mit unternehmerischen Vorhaben zu vernetzen und zu fördern.

Teilzeitjob: Achtung Vorsorgelücke

Wer Teilzeit arbeitet sollte sich gut mit seiner Vorsorgesituation auseinandersetzen. Bei mehr als einem Teilzeitjob erst Recht. Denn Teilzeitarbeit führt in der Regel zu einer Minderung der BVG Leistungen. Damit Teilzeitler aber überhaupt Arbeitgeberbeiträge aus der 2. Säule erhalten, müssen sie mindestens 21’150 CHF im Jahr verdienen. Denn das ist der Mindestlohn für eine obligatorische Versicherung.

Und dann wäre da noch der Koordinationsabzug: aktuell 24'675 CHF bestimmt er, welcher Lohn bei der 2. Säule (Pensionskasse) versichert ist, indem er vom Jahreseinkommen abgezogen wird. Die Folgen bei einem Bruttolohn von 70'000 CHF: Bei einem 100% Pensum sind 45'325 CHF (70'000 minus 24'675) versichert; bei einem 50% Pensum sind es hingegen nur noch 10'325 CHF (35'000 minus 24'675). Der Teilzeitler erhält hier also höchstens einen Viertel der PK-Rente eines Vollzeitangestellten! Und bei mehr als einer Teilzeitstelle wird unter Umständen der Koordinationsabzug doppelt abgezogen.

Gute Pensionskassen bieten Modelle mit einer Flexibilisierung des Koordinationsabzugs über eine Staffelung nach Einkommen an. So erhalten Teilzeitangestellte mit tieferen Pensen entscheidend mehr Pensionskassenrente. Es lohnt sich also bei der Wahl des Arbeitgebers auch dessen Pensionskassenreglement zu studieren. 

Trotz solch teilzeitfreundlicher Pensionskassenmodelle ist die Vorsorge über die 2. Säule meist ungenügend. Wir empfehlen deshalb dringend allfällige Lücken zusätzlich durch Einzahlungen in die 3. Säule zu schliessen. Teilzeitangestellte mit mehr als 2 Jobs haben die Möglichkeit sich bei der Auffangeinrichtung der BVG oder bei der Pensionskasse des Arbeitgebers freiwillig versichern zu lassen, um ihre Vorsorge zu optimieren.

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