Teilzeit Blog

Diversität - ein Muss für den Unternehmenserfolg?

Die Bedeutung von Diversität und Chancengleichheit sind nicht nur gesellschaftspolitisch aktuell, auch in der Arbeitswelt werden sie zunehmend als wichtiger empfunden. Laut einer globalen Studie der Schweizer Personalberatung Egon Zehnder, an der 2500 Führungskräfte aus 7 Ländern teilnahmen, ist dies vor allem für die jüngere Generation entscheidend. Zwei Drittel der befragten Millennials, die in den 1980er und 90er Jahren geboren wurden, nennen dabei Diversität als wichtigste Eigenschaft bei der Wahl des Arbeitgebers. Im Vergleich dazu, sind es bei den sukzessive aus dem Berufsleben ausscheidenden Babyboomern nur 51%. 

Firmen haben Nachholbedarf

Das Problem dabei : Nur etwa 65% der Umfrageteilnehmenden sieht das Thema Vielfalt auch wirklich im eigenen Unternehmen angenommen und verwirklicht. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Chancengleichheit: 61% sehen gleiche Karrierechancen für alle bei ihren Arbeitgebern. 

 

"Für uns Millennials steht die Frage, ob Diversität und Chancengleichheit ein „Muss“ für Unternehmen ist, gar nicht mehr zur Debatte - wir setzten es als Selbstverständlichkeit voraus! Für meine nächtlichen Lernsessions, stressigen Prüfungsphasen und durch Fleiss erarbeiteten Leistungen im Studium, will ich auch eine angemessene „Belohnung“ in Form der absoluten Chancengleichheit erhalten, besser gesagt, den gleichen Zugang zum Erfolg erhalten, wie beispielsweise einer meiner männlichen Studienkollegen. Aus diesem Grund sind Begriffe wie Chancengleichheit und Diversität für mich das A und O in einem Unternehmen." 

Liv Wiemann, Praktikantin der Teilzeit AG und Millennial

 

Erwartungen an die Führungskräfte verändern sich 

Millennials stellen auch veränderte Anforderungen an die Führungskompetenzen. So wünschen sie sich vorallem Nahbarkeit, Werteorientierung und visionäres Denken ihrer Chefs und erwarten persönliche Begleitung und Förderung.

Work Life Balance

Einmal mehr wurde auch hier bewiesen, dass Arbeit im Leben nicht alles ist. Für die Mehrheit der Befragten ist die gesunde Balance zwischen Arbeits- und Berufsleben entscheidend. 

Die moderne Arbeitswelt braucht ein modernes Arbeitsgesetz

Teilzeitkarriere.ch unterstützt die aktuell laufenden Vorschläge zur Arbeitsgesetzmodernisierung. Denn auch wir finden, was im Fabrikzeitalter auf die industriellen Produktionsprozesse zugeschnitten wurde, ist heute überholt (insb. bezüglich Arbeitszeiterfassung und Arbeitszeiten) und sollte an die veränderte Arbeitswelt angepasst werden. 

Die vorgeschlagenen Änderungen bieten Arbeitnehmenden mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Was wiederum mehr Freiheiten in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Hobbies und anderen Engagements zulässt. Führungs- und Fachpersonen mit hoher Arbeitsautonomie sollen künftig selber festsetzen können, wann und wieviel sie arbeiten, jedoch mit klaren Bestimmungen.

Ständerat Konrad Graber schlägt ein Jahresarbeitszeitmodell vor. Dabei würde die vom Gesetz festgelegte Grenze der wöchentlichen Höchstarbeitszeit wegfallen und es darf unter dem Jahr Schwankungen bei der wöchentlichen Arbeitszeit geben. Im Jahresdurchschnitt darf aber nicht mehr als 45 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Ende Jahr sind maximal 170 Mehrstunden (wie bisher auch) erlaubt, welche im Folgejahr zeitlich zu kompensieren sind oder mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt werden. 

Der Vorschlag von der neuen Bundesrätin (ehemaligen Ständerätin) Karin Keller-Suter betrifft die gleiche Arbeitnehmerkategorie und schlägt unter gleichen Voraussetzungen vor, auf die Erfassung der Arbeits- und Ruhezeiten zu verzichten. Damit stellt der Vorentwurf eine Erweiterung des Anwendungsbereichs von Artikel 73a der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz dar. 

Ein wichtiger Schritt in Richtung modernes Arbeitsgesetz ist bereits gemacht. Die Ständeratskommission tagte am 14. Februar und hat den Gesetzesentwurf angenommen. Medienmitteilung 15.2.19

Für Väter gilt: lieber Vollzeit als Teilzeit!

Die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, Teilzeitarbeitende Väter sind immer noch Exoten. Teilzeitarbeit bei Männern entspricht zwar einem weit verbreiteten Bedürfnis, aber warum zögern so viele oder betonen gar, dass sie dies nicht wollen? Das hat wohl mehrere Gründe.

Solange in Unternehmen kein Kulturwandel stattfindet, ist Teilzeitarbeit immer noch gleichgesetzt mit Status- und Machtverlust. Teilzeit = Karrierekiller. Wer will das schon? Hier müssen die Arbeitgeber aktiv werden, flexible Arbeitszeitmodelle fördern und Teilzeitkarrieren ermöglichen. Viele Firmen haben das Problem erkannt und arbeiten daran. Bis allerdings ein echter Kulturwandel im Unternehmen erfolgt und flexible Arbeitszeitmodelle zur Selbstverständlichkeit werden braucht es noch Ausdauer. Mit unserem Beratungsangebot sowie der TEILZEIMANN Kampagne unterstützen wir Unternehmen dabei. 

Ein weiteres Problem sind Klischees, die es zu überwinden gilt. In der Schweiz ist das modernisierte bürgerliche Familienmodell mit dem Vater als Haupternährer weit verbreitet. 54% aller Paare mit Kinder leben dieses Modell. Viele Männer haben Angst vor Statusverlust in der Gesellschaft, wenn sie die traditionelle Ernährer Rolle aufgeben. Hier braucht es vor allem Mut. Und auch Initiative von Seiten der Frauen ein egalitäres Familienmodell einzufordern, wo Erwerbs- und Betreuungsarbeit zwischen den Partnern aufgeteilt wird. Schliesslich ermöglicht dies Frauen und Müttern die berufliche Karriere schneller und gezielter wieder zu verfolgen. 

Teilzeit bei Männern ist auf dem Vormarsch, davon sind wir überzeugt und dafür engagieren wir uns seit 10 Jahren. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Die Generation der Babyboomer, die Arbeit zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hat, wird abgelöst von jener Generation, der Zeit wichtiger ist als Geld. Eine Generation die Verantwortung in der Familie übernehmen will und die eine ausgeglichenen Work-Life Balance als wichtigen Lebensinhalt versteht. 

Passend zum Thema gibt es einen 10vor10 Beitrag von letzter Woche in unserem Medienarchiv.

 

1,2,3, Teilzeitjobs

Es gibt viele gute Gründe, warum es nicht immer der klassische Karriereweg sein muss.

Isabel arbeitet von Montag bis Mittwoch Teilzeit als HR Fachspezialistin bei der PH Bern und Donnerstag bis Samstag kümmert sie sich um ihr eigenes Geschäft als selbstständige Kosmetikerin (den ganzen Beitrag findet ihr in unserer Teilzeitgeschichten Sammlung). Sie ist ein Beispiel dafür wie sich flexible Arbeitsformen mehr und mehr durchsetzen. Statt einem Vollzeitjob, wird die Erwerbstätigkeit auf zwei Teilzeitstellen und mehr aufgeteilt, sei es als Selbständigerwerbende oder im Angestelltenverhältnis.

Besonders die Generationen Y und jünger, denen Individualität und Selbstverwirklichung wichtig ist, verzichten immer mehr auf den klassischen 100% Karriereweg bei einer Firma. 

Das dieser Trend zunimmt zeigen auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Aktuell liegt die Zahl der Mehrfachbeschäftigten bei über 350'000 so hat 

Jede/r 13 mehr als einen Job

Anteil Mehrfacherwerbstätige an der Erwerbsbevölkerung, in % (durchschnittliche Jahreswerte)

Frauen teilen ihre Berufstätigkeit fast doppelt so häufig auf mehrere Beschäftigungen auf als Männer. Was wiederum erklärbar ist, da knapp 60% der Teilzeitbeschäftigten nun einmal Frauen sind.

Flexible Arbeitsformen benötigen neue Arbeitsräume

Co-Working Spaces spriessen gerade wie Pilze aus dem Boden. Sie sind eine flexible und kostengünstige Art, einen eingerichteten Arbeitsplatz in einem Gemeinschaftsbüro zu mieten. Diese flexiblen Bürogemeinschaften bieten neben der nötigen Infrastruktur Raum für inspirierendes und kooperierendes Arbeiten und sind gerade bei Selbständigerwerbende und Start-ups sehr gefragt. 

Wer selbst noch auf der Suche nach der passenden Work-Community ist, sollte einen Blick auf die Website von WeSpace werfen. Ein Co-Working- und Community-Space für Frauen von Frauen, neu eröffnet in Zürich an der Bahnhofstrasse. Mit dem Ziel die berufliche Entwicklung von jungen engagierte Frauen aus verschiedenen Sektoren, Institutionen und mit unternehmerischen Vorhaben zu vernetzen und zu fördern.

Teilzeitjob: Achtung Vorsorgelücke

Wer Teilzeit arbeitet sollte sich gut mit seiner Vorsorgesituation auseinandersetzen. Bei mehr als einem Teilzeitjob erst Recht. Denn Teilzeitarbeit führt in der Regel zu einer Minderung der BVG Leistungen. Damit Teilzeitler aber überhaupt Arbeitgeberbeiträge aus der 2. Säule erhalten, müssen sie mindestens 21’150 CHF im Jahr verdienen. Denn das ist der Mindestlohn für eine obligatorische Versicherung.

Und dann wäre da noch der Koordinationsabzug: aktuell 24'675 CHF bestimmt er, welcher Lohn bei der 2. Säule (Pensionskasse) versichert ist, indem er vom Jahreseinkommen abgezogen wird. Die Folgen bei einem Bruttolohn von 70'000 CHF: Bei einem 100% Pensum sind 45'325 CHF (70'000 minus 24'675) versichert; bei einem 50% Pensum sind es hingegen nur noch 10'325 CHF (35'000 minus 24'675). Der Teilzeitler erhält hier also höchstens einen Viertel der PK-Rente eines Vollzeitangestellten! Und bei mehr als einer Teilzeitstelle wird unter Umständen der Koordinationsabzug doppelt abgezogen.

Gute Pensionskassen bieten Modelle mit einer Flexibilisierung des Koordinationsabzugs über eine Staffelung nach Einkommen an. So erhalten Teilzeitangestellte mit tieferen Pensen entscheidend mehr Pensionskassenrente. Es lohnt sich also bei der Wahl des Arbeitgebers auch dessen Pensionskassenreglement zu studieren. 

Trotz solch teilzeitfreundlicher Pensionskassenmodelle ist die Vorsorge über die 2. Säule meist ungenügend. Wir empfehlen deshalb dringend allfällige Lücken zusätzlich durch Einzahlungen in die 3. Säule zu schliessen. Teilzeitangestellte mit mehr als 2 Jobs haben die Möglichkeit sich bei der Auffangeinrichtung der BVG oder bei der Pensionskasse des Arbeitgebers freiwillig versichern zu lassen, um ihre Vorsorge zu optimieren.

New Work - was wir unter «Smart Working» verstehen

Wir sind nicht nur die Teilzeit AG, sondern wir leben das auch! Bei uns arbeiten alle Mitarbeitenden in Teilzeit und mit flexiblen Arbeitsmodellen. Als Best Practice wollen wir Ihnen heute unsere Arbeitsweise einmal kurz vorstellen.  

Büros, Arbeitszeit- und Ferienerfassung gibt es bei uns nicht - stattdessen aber ganz viel #Vertrauenskultur.  

Wir alle sind über die Schweiz und ihre Grenzen hinaus verteilt und arbeiten somit komplett ortsunabhängig. Unsere Aufgabenverteilung, -zuteilung und Kommunikation wickeln wir über Redbooth.com ab, ein Projektmanagement Software. So hat jeder seine Tasks (Aufgaben) und kann diese zeitautonom bearbeiten. Jeder dann, wann er am effektivsten ist. Wir haben klar definiert, wer was macht und wie unsere Schnittstellen sind. Jeder für seinen Bereich mit sehr viel Verantwortung. 

Unser System ist komplett transparent - alle sehen alles - sämtliche Dokumente, Lohnabrechnungen, Spesen, Bankkontoinformationen, etc. liegen in der Cloud, so kann jeder die nötigen Informationen selber beschaffen und selbständig entscheiden. Für die interne Kommunikation und kurze Rückfragen benützen wir whatsapp, interne Emails versuchen wir so gut als möglich zu vermeiden. Einmal pro Woche tauschen wir uns im Team über Skype aus. 

#Teamistalles - damit das Zwischenmenschliche nicht auf der Strecke bleibt, treffen wir uns in regelmässigen Abständen auch persönlich – dann geht es aber mehr darum die Gemeinschaft zu fördern. 

Viele weitere Informationen und Inspirationen zu unserer Arbeitsweise hat unser Gründer & Inhaber Andy Keel in seinem privaten Blog: Arbeitstechnik & Lean Organization: Wie ich 4 Firmen in Teilzeit führe zusammengetragen.

Viel Spass beim Lesen!

Der Teilzeitmann fordert 20 % + 20 % Konkordanz

Es ist eines der heiss diskutiertesten Themen im Rahmen der Aktienrechtsrevision diesen Sommer: Die Einführung der Frauenquote in börsenkotierten Unternehmen. 

Der Nationalrat hat sich für eine Frauenquote in Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ausgesprochen. So soll künftig der Anteil der Frauen in Verwaltungsräten 30 % und in Geschäftsleitungen 20 % betragen. In der Tat besteht hier Aufholungsbedarf, das zeigt der neuste Schillingreport. Der Anteil von Frauen in den Geschäftsleitungen der 118 grössten Schweizer Unternehmen, beträgt aktuell lediglich 7 %. Im Vergleich zum vergangen Jahr ist er sogar wieder rückläufig.

Die Schweiz hinkt damit im internationalen Vergleich massiv hinterher – u.a. gibt es deshalb seit rund einem Jahr unsere Gender Diversity Unternehmensberatung www.doit-smart.org

Dass gemischte Führungsteams erfolgreicher sind, ist wissenschaftlich bewiesen. Und was für die Leitung eines Unternehmens gilt, trifft ebenfalls auf anderen Ebenen zu: Teams, die sich aus Männern und Frauen, unterschiedlichen Nationalitäten, älteren und jüngeren Mitarbeitern, Voll- und Teilzeit zusammensetzen, arbeiten kreativer als Monokulturen.

Der Teilzeitmann fordert: 20 % Frauen und 20 % Teilzeitler in den Geschäftsleitungen

 

Denn Teilzeitakzeptanz in der Führungsetage wirkt sich wiederum positiv auf die Förderung von Frauenkarrieren aus. Oftmals wird auf die Karriere verzichtet, da die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht machbar ist. Immerhin arbeiten rund 60 % der erwerbstätigen Frauen in der Schweiz in Teilzeit, hier schlummert also wichtiges Fach- und Führungskräftepotential (Quelle Bundesamt für Statistik, 2017). 

Teilzeit bringt Umschwung in die patriarchalen Systeme und die rigide Präsenzkultur in den Führungsebenen und unterstützt den Wandel von steilen und starren Hierarchiestrukturen hin zu einer neuen, agilen und flexiblen Leitkultur. Schnelle Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit ist heute gefragter denn je und flexible, durchlässige Strukturen innerhalb des Unternehmens sind entscheidende Voraussetzungen dafür. 

Übrigens: Dass eine Quote funktioniert, sieht man am Beispiel Deutschland. Hier hat sich die Frauenquote in den Dax-Aufsichtsräten innerhalb von 3 Jahren von 11 % auf 32 % gesteigert. Wir haben für Euch einen Ratgeber über Teilzeit in Führungspositionen zusammengestellt: Mehr Informationen dazu gibt es in unserem Teilzeit 1x1 

Diese Firmen sind nicht auf Teilzeitkarriere

Teilzeitkarriere.ch listet täglich bis zu 15´000 Teilzeitstellen. Aber wie genau funktioniert dies überhaupt? Und warum sind manche Unternehmen nicht auf teilzeitkarriere.ch? Ein Blick hinter die Kulissen verrät mehr. 

Unser Crawler, bereitgestellt und entwickelt durch die x28 AG, sucht jede Nacht auf über 30´000 Homepages von Schweizer Unternehmen nach aktuellen Teilzeitjobs. Erfasst werden alle ausgeschriebenen Jobs unter 91 Stellenprozenten oder jene, die das Wort Teilzeit im Stelleninserat haben. Die einzelnen Jobs werden mittels ausgeklügelter Semantik indexiert und aufgelistet. Die Jobs sind direkt verknüpft mit den Webseiten der jeweiligen Firmen und so gelangen die Suchenden direkt auf das Jobangebot. Unser Funktionsprinzip ist mit Google vergleichbar.  

Diesen Service stellen wir KMUs - und allen Stellensuchenden - kostenlos zur Verfügung. Um euch täglich diesen Service bieten zu können, sind die grossen Firmen von einer automatischen und kostenlosen Indexierung ausgeschlossen. Wir sprechen hier von Unternehmen mit mehr als 100 ausgeschrieben Teilzeitstellen jährlich. Welche Firmen aktuell nicht dabei sind, erfahrt Ihr hier 

Grosse Unternehmen können eine Indexierung ihrer Teilzeitjobs für geringes Geld bei uns buchen. Die genauen Preisinformationen und Modelle gibt es in unsere Preisliste. Viele Unternehmen wie SBB, Kanton Bern, Swisscom, Post, AXA, BLS AG, Allianz etc. nützen unsere effiziente Rekrutierungsmethode und Employer Branding seit Jahren.

 

Teilzeitkarriere wird 10

Seit nun mehr 10 Jahren gibt es die Teilzeitkarriere und das ist Grund genug um nochmals Revue passieren zu lassen. 

Teilzeitkarriere.ch wurde auf persönlicher und ideologischer Initiative 2008 durch mich, Andy Keel mit der Geburt meines Sohnes gegründet. Antrieb zur Gründung und Umsetzung vom Portal sind und waren eigene Erfahrungen im Spannungsfeld 'Teilzeit' und 'Karriere'. Die Frage beschäftigte mich seit Jahren, wie 'Teilzeit' salonfähig gemacht werden kann und wie auch eine Teilzeit Karriere möglich ist. Dies insbesondere, weil ich selber in der Direktion bei zwei Grossbanken als junger Mann Teilzeit gearbeitet habe und ständig auf Widerstände gestossen bin. 

Auch wir haben einmal klein angefangen 

In den Anfängen bestand unsere Jobplattform aus gerade einmal 20 bis 30 Stellenausschreibungen. Die .php Webseite dazu hat damals ein Student der Hochschule Rapperswil entwickelt. Über die Jahre haben wir uns immer weiterentwickelt. Auch Experimente mit dem Aufbau einer Jobsharing Plattform 2010 gehörten dazu. 

Ein weiterer Meilenstein war 2011 dann die Umstellung auf die Infrastruktur von X28 mit Crawler. Die einzelnen Jobs werden mittels ausgeklügelter Semantik indexiert und aufgelistet. Erfasst werden alle ausgeschriebenen Jobs unter 91 Stellenprozenten oder jene, die das Wort Teilzeit im Stelleninserat haben. Anfangs haben wir dadurch circa 6´000 Teilzeitjobs listen können. Heute durchsucht der Crawler täglich 30'000 Homepages von Schweizer Firmen und wir können unseren Usern 15'000 qualifizierte Teilzeitjobs täglich zur Verfügung stellen. Mehrere zehntausend qualifizierte Personen haben sich über die Jahre auf Teilzeitkarriere registriert - jeden Tag kommen etliche hinzu und jeden Tag finden viele Menschen ihre neue Teilzeitstelle - dank Teilzeitkarriere! 

Der Teilzeitmann 

2012 wurde der Teilzeitmann geboren. Als Sensibilisierungskampagne soll sie Männern Mut machen den Schritt in die Teilzeitarbeit zu wagen. Wir haben über 130 Unternehmen besucht und haben anhand von Vorbild-Männern, die erklären, weshalb sie Teilzeit arbeiten, wie sie ein Teilpensum erreicht haben und welche Erfahrungen sie mit Teilzeitarbeit machen, Informationen und Impulse vermittelt. Auch heute noch sind wir immer wieder bei Unternehmen mit einem Teilzeitmann-Brownbag. Mit über 1´000 Medienartikeln innerhalb von zwei Jahren und einem Auftritt bei Aeschbacher war die Resonanz gross und wir konnten in dieser Zeit viel bewegen. Der Anteil an Teilzeit arbeitenden Männern ist seit 2012 von ca. 11% auf aktuell 17.5 % gestiegen!! – das sind rund 150‘000 Männer mit einem neuen Teilzeitpensum!

Zum Abschluss des Bundesprojekts – der Teilzeitmann wurde von 2012 bis 2014 durch das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) finanziert – erschien das TEILZEITMANN-Buch im Zytglogge Verlag. 

DOIT-smart 

Ein weiterer Schritt in Richtung Gleichstellung, haben wir mit der Gründung unseres aktuellen Projektes gewagt. 2017 haben wir DOIT-smart, die wohl erste Gender Diversity Unternehmensberatung der Schweiz, ins Leben gerufen. Wir begleiten und beraten Firmen bei der Umsetzung ihrer Gender Diversity Strategien. Auch dieses Projekt wird vom EBG unterstützt. 

Evolution mit einem Plan 

Es ist immer der Betrachtungswinkel ob das Glas halbleer oder halbvoll ist. Auf der einen Seite kämpfen wir heute noch mit exakt den gleichen Problemen wie vor 10 Jahren. Auf der anderen Seite hat sich unheimlich viel getan. Immer mehr Väter übernehmen Verantwortung und Präsenzzeit bei der Familienarbeit, die Digitalisierung ermöglicht nun echtes home- und coworking was enorm zur Flexibilisierung von Arbeit beiträgt.  

Ich möchte alle danken die mich und die Teilzeit AG die letzten 10 Jahre unterstützt haben, insbesondere unseren treuen Kunden. Drei Personen möchte ich speziell herausheben: Cornel Müller von der X28 AG, Jürg Wiler der den Teilzeitmann geleitet hat, sowie Nele Steffen von der ihr ja regelmässig lest. MERCI! 

Ich persönlich würde mich freuen, wenn sich auch auf politischer Ebene endlich etwas bewegen würde und Unternehmen erkennen wie wichtig Mitarbeiter in der Rush-Hour des Lebens zwischen 35 und 50 Jahren sind. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung von Frauen- und Väterkarrieren, dem Aufräumen mit Unconscious Bias und patriachalen Monokulturen sind nicht nice to have – sie haben einen signifikanten Business Case. Teilzeit hat einen ROI von 8% und Unternehmen mit diversen Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten schlagen die anderen Unternehmen mit Rendite und Börsenkursen deutlich.

Unconscious Bias als Stolpersteine

Jüngst hat er Ständerat die Vorlage zur Eliminierung der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern an die vorberatende Kommission zurückgewiesen. Ein schier endloser Kampf geht damit in die nächste Runde. Seit 1981 ist die Gleichstellung von Frau und Mann in der Verfassung verankert. Trotzdem liess sich die Lohngleichheit bisher nicht verwirklichen.

Der unerklärbare Lohnunterscheid zwischen Frauen und Männern beträgt immer noch 7 - 8% Prozent. Und die Erfahrung zeigen: Unternehmen, welche Lohnanalysen durchführten, haben in 50 % der Fälle Ungleichheiten entdeckt und daraufhin die Löhne der Frauen erhöht.

Sicherlich geschieht diese ungleiche Beurteilung von Frauen und Männern nicht bewusst. Viel mehr mangelt es an der Sensibilität für das Thema und unbewusste Rollenbilder können zu einer unbewussten Diskriminierung führen. 

Unconscious Bias als Stolpersteine für Gleichstellung 

Stereotype dienen dazu eine komplexe soziale Welt zu verstehen und Informationen über eine Person schneller zu verarbeiten. Stereotype sind allerdings auch problematisch, da sie die Realität zu sehr vereinfachen. Wir neigen dazu zu Pauschalieren und werden deshalb der individuellen Eigenarten eines Menschen oft nicht gerecht. Deshalb ist es wichtig das Bewusstsein für verzerrte Erwartungen (oder „unconscious bias“) und Stereotype zu schärfen, und diese aktiv zu bekämpfen. Beispielsweise in Form von Führungsschulungen. 

Die Havard Professorin Iris Bonet hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und zeigt in ihrem Buch „What Works“ auf, wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann. Ein sehr lesenswerter Gastbeitrag I. Bohnet aus „What Works“ in der FAZ dazu. 

Auch uns liegt das Thema sehr am Herzen und deshalb haben wir im vergangenen Jahr unter dem Namen DOIT-smart die wohl erste Gender Diversity Unternehmensberatung der Schweiz ins Leben gerufen. Wir begleiten und beraten Firmen bei der Umsetzung ihrer Gender Diversity Strategien.Unconscious Bias ist dabei einer der grossen Hebel. Am 10. April 2018 findet unser nächster öffentlicher Workshop in Zürich statt. 

Unconscious Bias im Unternehmen: Den Autopiloten im Gehirn überwinden. 

Die 100 Top-Teilzeit-Arbeitgeber 2017

Die Stadt Zürich auf dem Weg Richtung Spitze. Im Ranking der 100 Top-Teilzeit-Arbeitgeber 2017 von Teilzeitkarriere.ch, dem grössten Internetportal für Teilzeitstellen, ist nur noch Lidl Schweiz besser. Unternehmen mit flexiblen, individuellen und mobilen Arbeitszeitmodellen haben einen Wettbewerbsvorteil.

Der Letztjahressieger Lidl Schweiz behauptet seine Spitzenposition mit 2402 ausgeschrieben Teilzeitstellen. Diese wurden über das Jahr 2017 auf Teilzeitkarriere.ch rund 201´000mal aufgerufen. Auf Rang 2 folgt die Stadt Zürich (1753 ausgeschriebene Teilzeitstellen), die bereits im Vorjahr eine sehr starke Entwicklung hingelegt hat und sich nochmals um 5 Plätze verbessert. Manor rangiert auf Platz 3 (1566). Die beiden Unternehmen aus der Gesundheitsbranche Privatklinikgruppe Hirslanden und Universitätsspital Zürich, sie teilten sich im letzten Jahr Platz 2, belegen neu Platz 4 und 5. Credit Suisse und SBB können beide 3 Plätze gut machen. Sie belegen Platz 6 (1099) und Platz 7 (1091). Auch der Kanton Zürich (Platz 8 - 941) und Swisscom (Platz 9 - 904) können weiter Plätze gut machen und sind erstmals unter den Top 10 vertreten. Aldi Suisse landet auf Platz 10. 

«Teilzeitarbeit hat sich zur Selbstverständlichkeit etabliert»

Die Zühlke Engineering AG schiebt sich in diesem Jahr erstmals unter die Top 30 der Teilzeit-Arbeitgeber (Platz 28 - 386). Teilzeitarbeit und anderen flexible Arbeitszeitmodelle sind bei Zühlke nicht mehr wegzudenken. Als Umsetzungspartner für Produkt- und Software Lösungen sowie Prozessoptimierung hat das Unternehmen permanent mit Veränderungen zu tun, die die Gesellschaft voranbringen. «Wir sind dann erfolgreich, wenn unsere Kunden erfolgreich sind und der Schlüssel dazu liegt in unseren Mitarbeitenden» sagt Aglaia Trapp, Head Employer Branding bei Zühlke. Die Nachfrage an Teilzeitmöglichkeiten ist über die Jahre stetig gewachsen und darauf wurde entsprechend reagiert. «Unsere positiven Erfahrungen mit Teilzeitstellen bestätigen uns immer wieder. Denn der entscheidende Faktor für die Leistung ist der Einsatz, nicht das Pensum.» Auch im Kader sind bei Zühlke diverse Positionen in Teilzeit besetzt. Erwähnenswert ist auch der hohe Anteil an Männern mit Teilzeitpensen. So arbeiten von den rund 560 Angestellten 35% in Teilzeit davon 67% Männer und 33% Frauen.

Auf- und Absteiger 

Die Tertianum Gruppe ist mit einem Plus von 193 Plätzen der Aufsteiger des Jahres und belegt aktuell Platz 17. Das Kantonsspital Baden, sowie der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden machen ebenfalls einen beachtlichen Sprung nach vorne, mit einem Plus von 129 bzw. 94 Plätzen. Die Siemens Schweiz AG, knüpft an die positive Entwicklung des letzten Jahres an und verbessert sich nochmals um 55 Plätze. Damit belegt sie nun aktuell Rang 33.

Top Newcomer ist ABB Schweiz AG und landet auf Anhieb auf Rang 15 im aktuellen Ranking. Aber auch Swiss Medical Network SA (Platz 34), BLS AG (Platz 68) und die Pflegezentren Stadt Zürich (Platz 73) sind an dieser Stelle als Newcomer zu nennen.

Auffallend sind vor allem die Einbrüche der ausgeschriebenen Teilzeitstellen im Detailhandel. Die Supermarktketten Denner AG (-58 Plätze), Migros (-34) und Coop (-24) rutschen allesamt deutlich ab im Ranking. Auf Nachfrage war nur von Coop eine Stellungnahme zu bekommen. Andrea Bergmann, Mediensprecherin bei Coop erklärt es damit, dass «viele Teilzeitstellen intern besetzt werden, zum Beispiel durch Mitarbeiterinnen, die nach der Mutterschaft in reduziertem Pensum arbeiten möchten» und deshalb nicht ausgeschrieben werden. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind dem Unternehmen wichtig. «Die Weiterbeschäftigungsquote nach Mutterschaft beträgt bei uns 80%», was in der Tat eine gute Bilanz ist.

Zuletzt wurde in den Medien immer wieder darüber diskutiert, ob die zahlreicher werdenden Selfscanning und Self Checkout Kassen wohl für einen Stellenabbau sorgen. Zwar beteuern die Unternehmen, dass dies keinen Einfluss auf die Anzahl der Arbeitsplätze habe. Die Gewerkschaft Unia steht dem trotzdem skeptisch gegenüber und äussert sich dazu auf ihrer Homepage. «Wenn der Kunde die Kassiererin ersetzt, droht ein schleichender Arbeitsplatzabbau. Selbst wenn einige KassiererInnen andere Aufgaben im Betrieb übernehmen, liegt es nahe, dass andere nicht mehr ersetzt werden, um Einsparungen zu erzielen.» 

Teilzeitstellen werden immer beliebter 

Die Anforderungen der Arbeitnehmer an die Arbeitgeber sind im Wandel. Flexible, individuelle und mobile Arbeitszeitmodelle sind gefragt, um auf dem heutigen Arbeitsmarkt gute Fach- und Führungskräfte zu rekrutieren. Viele Firmen haben das Problem erkannt und arbeiten aktiv an einem Kulturwandel. Das zeigt auch die deutlich ansteigende Zahl an Teilzeitstellen. So wurden im Jahr 2015 unter den Top 10 der Teilzeitarbeitgeber noch rund 8´700 Teilzeitstellen ausgeschrieben, im Jahr 2016 waren es bereits rund 12´000 Teilzeitstellen. 2017 wurde nochmals zugelegt mit rund 13´100 Teilzeitstellen.

Viele Firmen sind dazu übergegangen ihre Stellen systematisch mit einem 80-100% Pensum auszuschrieben, um die Reichweite und Attraktivität zu erhöhen. Es bietet vor allem auch Frauen die Möglichkeit höher qualifizierte Jobs in Teilzeit oder im Jobsharing auszuüben. 

Den Kulturwandel vorantreiben 

Die Siemens Schweiz AG, einer der Top Aufsteiger im Ranking, geht hier mit gutem Beispiel voran. Seit mehreren Jahren wird Teilzeitarbeit und andere flexible Arbeitszeitmodelle, im Unternehmen explizit gefördert. «Zukunftsträchtige Arbeitskultur zu fördern ist uns ein grosses Anliegen» sagt Garry Wagner, Head HR bei Siemens. «Wir sind überzeugt davon, dass wir damit die Motivation unserer Mitarbeitenden und den Erfolg unseres Unternehmens nachhaltig steigern werden.» Die Möglichkeiten der Arbeitszeitmodelle sind individuell und werden an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden angepasst. Andy Keel, Initiator von Teilzeitkarriere.ch und TEILZEITMANN betont immer wieder, «echter Kulturwandel im Unternehmen gelingt nur, wenn das Top Management dahintersteht und auch Top Down gefördert wird». Das bestätigt auch Garry Wagner und berichtet von Umsetzungsbeispielen bei Siemens «das Top Management bekennt sich immer wieder an Veranstaltungen und in Botschaften an die Belegschaft zu flexiblen Arbeitszeitmodellen. Wir haben Vorbilder in Mitarbeiter-Porträts sichtbar gemacht, die flexible Arbeitszeitmodelle leben. In Kulturveränderungsveranstaltungen erhalten Führungskräfte und Mitarbeitende bei uns die Gelegenheit sich bereichsübergreifend zum Thema auszutauschen.» In Zukunft will das Unternehmen auch massgeschneiderte Führungskräfte-Workshops zur Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle anbieten. 

Detailhandel, öffentliche Verwaltung/Dienstleistung und Gesundheit sind die am stärksten vertreten Branchen im Ranking der 100 Top-Teilzeit-Arbeitgeber 2017. Auch hier bestätigt sich der Trend vom Vorjahr. Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Verwaltungen schreiben immer mehr Teilzeitstellen aus und sind erstmals die am stärksten vertretenen Branche im Ranking der 100 Top-Teilzeit-Arbeitgeber von Teilzeitkarriere.ch. 

Unter dem Namen DOIT-smart hat Andy Keel im Jahr 2017 die wohl erste Gender Diversity Unternehmensberatung der Schweiz ins Leben gerufen. Dies, weil er davon überzeugt ist, dass «eine erhöhte Diversität im Kader positive Effekte auf den Unternehmenserfolg und die Reputation haben.» Der Beratungsansatz von DOIT-smart setzt genau hier an. Er berät und begleitet Unternehmen bei der Umsetzung von Gender-Diversity Strategien zur Erhöhung des Frauenanteils in Kaderpositionen. Mit konkreten Massnahmen und passenden Produkten wird so der gesamte Personal-Lifecycle des Unternehmens verbessert.

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